Die Heiligen in der Festwoche

Erstellt: 02. August 2014 Veröffentlichungsdatum
Geschrieben von M. Moosburger

Das diesjährige Frohnbergfest weiß „Die Welt braucht Heilige“ und exemplarisch sollen dort neben der Heiligen Anna Schäffer, deren Reliquienschrein in der Wallfahrtskirche präsent sein wird, einige Heilige und Selige der Kirche vorgestellt werden.

Den Auftakt macht der Heilige Laurentius am Montag. Der Überlieferung zufolge war Laurentius als Erzdiakon von Rom für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus II. hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius ausgepeitscht und aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius diesen an die Mitglieder der Gemeinde, versammelte eine Schar von Armen und Kranken, Verkrüppelten, Blinden, Leprösen, Witwen und Waisen und präsentierte sie als „den wahren Schatz der Kirche“ dem Kaiser. Der Hauptmann, vor dem Laurentius erschienen war, ließ ihn deswegen mehrfach foltern und dann durch einem eisernen Rost hinrichten. Aus diesem Grund wird der Märtyrer mit dem Rost als Attribut dargestellt. Der Überlieferung nach waren seine an den Kaiser gerichteten letzten Worte: „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“

Am Montagabend gedenkt Pfarrer Schulz der Heiligen Klara von Assisi. Klara (italienisch: Chiara) wurde als Tochter des Adligen Favarone di Offreduccio di Bernadino 1193 oder 1194 geboren. Durch das Vorbild des heiligen Franziskus, den sie im Dom zu Assisi hatte predigen hören, beeinflusst, verließ sie in der Nacht zum Palmsonntag 1212 ihr wohlhabendes, adliges Elternhaus und legte in der kleinen Kirche Portiunkula das Gelübde eines Lebens nach den Evangelischen Räten ab. Franziskus bekleidete sie „mit einem ärmlichen Gewand“ und schnitt ihr die Haare ab. Klara widmete sich fortan der Nachfolge Christi in radikaler Armut. Franziskus brachte sie zunächst bei Benediktinerinnen unter. Ihre Schwester, die heilige Agnes von Assisi, folgte ihrem Beispiel nur sechzehn Tage später. Nachdem Franziskus die Kapelle von San Damiano wieder hergestellt und dort eine Unterkunft geschaffen hatte, siedelten Klara und ihre Schwester dorthin über, wo sich ihnen rasch andere Frauen anschlossen, darunter weitere Schwestern, Freundinnen, ihre Tante und ihre verwitwete Mutter. Klaras Mut und Gottvertrauen haben viele ihrer Zeitgenossen beeindruckt. So trat sie bei einem Überfall der Sarazenen im Jahre 1240 diesen mit der Monstranz entgegen. Dasselbe tat sie, als Assisi ein Jahr später vom kaiserlichen Heer belagert wurde. Ihr ikonographisches Heiligenattribut ist daher die Monstranz, zuweilen auch der Kelch. Bis zu ihrem Tode blieb Klara in der Klausur des Klosters von San Damiano und lebte nach der von ihr 1216-1217 geschriebenen Ordensregel, die nach ihren Worten darin bestand, „einfach das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus zu beachten“. Bis zu ihrem Tod kämpfte sie um die kirchliche Anerkennung dieser Lebensform, um das „Privileg der Armut“. Der Papst war nämlich der Ansicht, dass die von Klara geschriebene Regel zu streng und daher nicht einzuhalten sei. Die Anerkennung der Ordensregel gewährte ihr Papst Innozenz IV. erst auf ihrem Sterbebett. Die Bulle Solet annuere vom 9. August 1253 wurde Klara am 10. August überbracht, am 11. August starb Klara.

Der Dienstag ist der Heiligen Anna Schäffer gewidmet (wir berichteten) und der Mittwoch stellt den Heiligen Bruder Konrad von Parzham und die Heiligen Don Bosco und Josef M. Escriva vor.

Bruder Konrad hieß eigentlich Johann Birndorfer. Er war das elfte von zwölf Kindern des Bauern Bartholomäus Birndorfer und seiner Frau Gertrude Niedermayer. Zuerst arbeitete er als Knecht auf dem elterlichen Hof im Rottal, den er übernehmen sollte, fühlte sich aber von Kindheit an zu Gott hingezogen. „Vom Venushof-Hansl müssen wir das Beten lernen“, sagte man in Parzham über Johann Birndorfer. Und: „Wenn der kein Heiliger wird, wird es niemand.“ Er trat 1849 in das Kloster St. Anna in Altötting ein, das seit 1961 seinen Namen trägt. Dort versah er von 1852 an 41 Jahre lang den Posten eines Pförtners.[1] Da den Kapuzinern die Betreuung der Wallfahrer in Altötting oblag, war dies eine sehr arbeitsintensive Aufgabe. Er zeichnete sich durch Gebetseifer, stete Dienstbereitschaft und aufopfernde Liebe aus; wurde vom Volk geliebt und von den Wallfahrern verehrt; durch sie drang sein Name und Ruf weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Er starb 1894. In der Kirche des Klosters fand Konrad seine letzte Ruhestätte, sie wurde 1953 in Bruder-Konrad-Kirche umbenannt.

Johannes Boscos Eltern (Franz Bosco und Margareta Occhiena) waren Bauern aus dem Piemont. Im Alter von zwei Jahren wurde er durch den Tod seines Vaters Halbwaise. Als Neunjähriger hatte er einen Traum, der in ihm den Wunsch aufkeimen ließ, Priester zu werden. Seine Mutter konnte jedoch kein Geld für eine entsprechende Ausbildung aufbringen. Mit zwölf Jahren ging er bei einem Schneider in die Lehre und arbeitete als Stallbursche, um sich den Unterricht in Katechismus zu verdienen. Sein älterer Stiefbruder Antonio versuchte mit allen Mitteln, diesen Unterricht zu verhindern, um den Jungen weiterhin zu Hause und auf dem Feld arbeiten zu lassen. Die Mutter zahlte dem Bruder jedoch die Erbschaft aus, und dieser verließ die Familie für immer. Johannes besuchte ein Gymnasium und ein Priesterseminar. 1841 wurde er zum Priester geweiht. In der kommenden Zeit zog es ihn nach Turin um für arme und benachteiligte Jugendliche in Turin zu arbeiten. Nach mehreren Umzügen des Oratoriums und einer Phase als „Wanderoratorium“ konnte er 1846 im Turiner Stadtteil Valdocco, in einem kleinen heruntergekommenen Schuppen einen festen Platz für seine Jugendlichen finden. Nach nur zwei Wochen der intensiven Umbauarbeiten, feierte Don Bosco dort die Osternachtsmesse. Am 18. Dezember 1859 gründete er eine religiöse Vereinigung, die 1874 von Papst Pius IX. als Gesellschaft des heiligen Franz von Sales (bekannt als Salesianer Don Boscos) anerkannt wurde. 1872 gründete er gemeinsam mit der später heiliggesprochenen Maria Mazzarello die Ordensgemeinschaft der Töchter Mariens, Hilfe der Christen (Don-Bosco-Schwestern). Ziel beider Vereinigungen blieb die Erziehung und Fürsorge für arme und benachteiligte Jugendliche. 1876 gründete Bosco die Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter, die noch im selben Jahr kirchlich bestätigt wurde und heute den Namen Salesianische Mitarbeiter Don Boscos (SMDB, ital. Abkürzung ACS) trägt. Bis zu Boscos Tod 1888 hatten die Salesianer bereits 250 Häuser in Europa und Lateinamerika eröffnet, in denen von 1846 an rund 130.000 Jungen aufgenommen und rund 18.000 Lehrlinge ausgebildet wurden. Bis 1888 entschieden sich rund 6.000 dieser Jugendlichen Priester zu werden. Don Bosco ist in der Maria-Hilf-Basilika im Turiner Stadtteil Valdocco beigesetzt.

Geboren wurde Josemaría Escriva als zweites von sechs Kindern der Eheleute José Escrivá und María Dolores Albás in Barbastro in den aragonesischen Vorpyrenäen in Spanien. 1915 musste die Familie nach dem wirtschaftlichen Ruin des väterlichen Geschäftes in Barbastro nach Logroño umsiedeln. Im Alter von sechzehn Jahren entschloss sich Josemaría, Priester zu werden. 1918 beantragte er nach Abschluss der schulischen Ausbildung die Aufnahme in das Priesterseminar der Diözese. Er studierte Katholische Theologie und Philosophie in Logroño und von 1920 bis 1924 an der Päpstlichen Universität Saragossa. Trotz seines jugendlichen Alters ernannte ihn Erzbischof Juan Soldevila y Romero (1843–1923) zum Präfekten des Seminars. Seit 1922 studierte er parallel Rechtswissenschaften an der staatlichen Universität in Saragossa. Am 28. März 1925 empfing er das Sakrament der Priesterweihe und wirkte anschließend als Seelsorger in Perdiguera und Saragossa. Ab 1927 lebte er in Madrid, um dort das juristische Doktorat zu erwerben. Gleichzeitig arbeitete er als Seelsorger, wobei er sich besonders um Schwerkranke kümmerte. Von 1927 bis 1931 wirkte er als Kaplan am Krankenstift der Damas Apostolicas del Sagrado Corazón. Ab 1931 war er Kaplan (ab 1934 Rektor) des Königlichen Stiftes Santa Isabel. Dies geschah im Einvernehmen mit dem zuständigen Erzbischof von Saragossa und dem Bischof von Madrid, Leopoldo Eijo y Garay (1878–1963). Um Geld für den Unterhalt der Mutter und der beiden Geschwister Carmen und Santiago zu verdienen, die ihm nach Madrid gefolgt waren, gab er zusätzlich in den Jahren 1927 bis 1933 Unterricht in Römischem und Kanonischem Recht. 1928 gründete Escrivá das Opus Dei. 1930 folgte die Abteilung für Frauen. Er vertraute sich dem Erzbischof von Madrid an, der ihn in seinem Anliegen unterstützte. Escrivá tat dies nach eigener Aussage nach einer göttlichen Offenbarung. 1933 gründete Escrivá die „Academia DYA“ („Derecho y Arquitectura“, von ihm gedeutet als „Dios y Audacia“, Gott und Kühnheit). Bei dieser Einrichtung handelte es sich um das erste korporative Werk des Opus Dei in Spanien. Der spanische Bürgerkrieg (1936–1939) stellte eine Unterbrechung seiner Pläne dar. Im republikanischen Madrid übte Escrivá sein priesterliches Amt im Verborgenen aus. Ab April 1937 fand er Zuflucht in der Gesandtschaft von Honduras, Ende 1937 floh er dann mit einigen Gleichgesinnten über Barcelona und Andorra in die nationale Zone, wo er sich bis zum Ende des Bürgerkrieges überwiegend in Burgos aufhielt. Dort widmete er sich auch unter anderem der Abfassung der Studie „La Abadesa de las Huelgas“, eine theologisch-kirchenrechtliche Untersuchung der außerordentlichen quasi-bischöflichen Jurisdiktion der Äbtissin der bei Burgos gelegenen Abtei Las Huelgas. Für die Arbeit, die er dann nach seiner Rückkehr nach Madrid im März 1939 der juristischen Fakultät als Dissertation vorlegte, konnte er die reichen Bestände von Bibliothek und Archiv des Klosters nutzen.

Am 28. März 1939 nach Madrid zurückgekehrt, begann er sogleich mit denen, die während der vergangenen Jahre mit ihm in Verbindung geblieben waren, die Arbeit des Opus Dei wieder aufzunehmen und in Spanien auszubreiten. In den 1940er Jahren wurde er von vielen Bischöfen gebeten, in ihrer Diözese Exerzitien zu halten. Im selben Zeitraum änderte er seinen Namen von José María Escriba zu Josemaría Escrivá de Balaguer. Am 8. Dezember 1943 fand durch den Bischof von Madrid die kanonische Errichtung der von Escrivá gegründeten und mit dem Opus Dei verbundenen Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz (Societas Sacerdotalis Sanctae Crucis) statt. Durch sie wurde die Priesterweihe von Laienmitgliedern des Opus Dei und ihre Inkardination für das Opus Dei möglich.

Ab 1946 lebte Josemaría Escrivá de Balaguer in Rom, wo er sich nicht nur um die Belange des Opus Dei kümmerte, sondern auch als Konsultor für mehrere Dikasterien des Heiligen Stuhls arbeitete. Er gründete in Rom 1948 das „Collegium Romanum Sanctae Crucis“ und 1953 das „Collegium Romanum Sanctae Mariae“. Aus dem „Collegium Romanum Sanctae Crucis“ sind fast 1000 Priester hervorgegangen. Er schrieb zahlreiche geistliche Bücher, von denen das bekannteste die Aphorismensammlung Der Weg ist, bereiste die ganze Welt und hielt Katechesen und Vorträge, in denen er die besondere Spiritualität des Opus Dei zu verbreiten trachtete. 1968 erwarb er den Adelstitel „Marques de Peralta“, auf den er 1972 zugunsten seines Bruders verzichtete.

Josemaría Escrivá de Balaguer starb am 26. Juni 1975 in Rom und wurde in der unterirdisch gelegenen Krypta der mit Geld des Opus Dei gebauten Prälaturkirche Santa Maria della Pace beigesetzt. Dort ruht jetzt sein Nachfolger, während der Hl. Josemaria Escriva im Hauptaltar der Kirche verehrt wird.