Mittwochabend - konsequentes Christsein als Thema

Erstellt: 13. August 2015 Veröffentlichungsdatum
Geschrieben von M. Moosburger

„Christsein: konsequent, aber nicht fanatisch!“ forderte Pfarrer Dr. Christian Schulz am Mittwochabend in seiner Predigt am Freialtar vor der Frohnbergkirche. Zusammen mit dem Diakon Dieter Gerstacker am Altar assistierten 17 Ministranten.
„Leben wir wie Jesus, das hat Anziehungskraft“ begann Pfarrer Dr. Schulz die Eucharistiefeier. In seiner Predigt definierte er die Wortbedeutung von „fanatisch“ mit „von einer Gottheit zur Raserei gebracht“. Doch die Lesung aus dem Buch Jona, so der Seelsorger, habe einen gänzlich anderen Gott gezeigt. Da redete Gott besänftigend auf den schwermütigen Jona ein und verwies auf alle Menschen, ihren guten Willen, ihre Schwächen und auch dunkle Seiten. Wie er solle doch auch Jona über so manche Unzulänglichkeiten hinwegsehen, großherzig und ruhig werden.
Der Evangeliumstext zitierte die beiden „Donnersöhne“ Jakobus und Johannes, welche vor Wut über eine Ablehnung am liebsten „Feuer vom Himmel“ schicken wollten. Doch auch hier redet Jesus beruhigend auf sie ein und „holt sie von ihrem Zorn runter“. Auch nach Jesus ist offensichtlich absolut kein Fanatismus angebracht.
Dr. Schulz zitierte eindringlich den ehemaligen Limburger Bischof Franz Kamphaus mit „Wir sollen Gott dienen, aber nicht Gott spielen!“ Nicht selten würde man in manchen Momenten dies zwar ganz gerne, so der Prediger. Aber wolle man Christus nachfolgen, so ist an oberster Stelle „immer die Freiheit des anderes zu achten“. Dies sei leider in der Geschichte der Kirche nicht immer geschehen. Jede Ideologie neige dazu, doch dies ist „absolut nicht jesuanisch“, so der Hahnbacher Pfarrer.
„Jesu Weg ist ein anderer“, fuhr er fort, „er war kein Bauernfänger“ und warnte nicht selten sogar vor den Konsequenzen seiner Nachfolge. Wie er müsste man auch heute „es einfach aushalten“, dass seine Botschaft auch abgelehnt werden kann. Jesu „Vater, vergib ihnen“ sei Programm und „letzter Richter bleibt ein barmherziger Gott, vor dem sich jedoch alle verantworten müssen“, schloss die Homilie.
„Der Herr will nicht den Untergang des Sünders, sondern dass er umkehrt und lebt“, setzte Dr. Schulz vor der Kommunion noch hinzu.

Pfarrer Dr. Christian Schulz und Diakon Dieter Gerstacker (li) waren am Freialtar auf dem Frohnbergfest am Mittwochabend:

Pfarrer Schulz am Ambo beim predigen