Treffen der Coraje-Unterstützer am Frohnberg

Erstellt: 14. August 2018 Veröffentlichungsdatum
Geschrieben von M. Moosburger

Schon sind es 15 Jahre, dass eine Gruppe aus Amberg und Umgebung eine Informationsreise nach Bolivien machte. „Alle Jahre wieder“ findet eines der Treffen jener Teilnehmer auch auf dem Frohnberg statt. Wie bereits in den letzten Jahren hat einer von ihnen, Alfons Nagler aus Schnaittenbach, „vorgearbeitet“ und eine große Anzahl von großen Holzspardosen in verschiedene Tierformen aus Buchenholz angefertigt. Aus vielen Kleinteilen und mit viel Liebe zum Detail werden diese für jeweils 15 Euro am Eine-Welt-Stand neben der Pfarrkirche zugunsten von „Runa Masi“, der Unterstützerorganisation für das Kulturzentrum Ayopaya in Independencia verkauft.
Auch freue man sich schon auf die Europatour der Musikgruppe „Sacambaya“, welche vormittags am 26.10. im Herzog-Christian-August-Gymnasium in Sulzbach-Rosenberg ein Konzert mit Informationen geben wird. Am Sonntag, den 28.10, wird die Band, welche aus Quechua-Indianern besteht, den 10-Uhr-Gottesdienst in der St. Jakobuskirche in Hahnbach musikalisch mitgestalten. Am Abend des gleichen Tages haben sie einen Auftritt um 19 Uhr im Musikomm, zu dem ebenfalls alle Interessenten geladen sind.

Bei ihrer Tour, welche den Titel „Musikalische Begegnung mit den Quechuas aus Bolivien“ trägt, wollen die Bolivianer in erster Linie zur kulturellen Verständigung zwischen Südamerika und Europa beitragen.
Über Ziel und Zweck der Europatour von SACAMBAYA 2018 schreibt der Leiter Jorge Aquino:


„In der Geschichte der Menschheit gab es zwischen Ländern und Kontinenten nicht nur den Austausch von Lebensmitteln, Traditionen und Festen – auch Musik war schon immer ein wichtiger Bestandteil um Menschen zu verbinden und Interkulturalität zu schaffen.
Edwin Zeballos (†), Mitbegründer von SACAMBAYA, erinnerte uns an unsere Talente, die es uns bereits ermöglichten in unserem Land verschlossene Türen zu öffnen. Diese Talente wollen wir weiterhin nutzen und mit den Menschen teilen, die unsere Musik hören möchten. Aus diesem Gedanken heraus entstand unser kulturelles Musikprojekt in Europa, mit Solisten und Chören, von Folklore bis Jazz, mit denjenigen, die mit uns ihre Bühne teilen wollen. Je eine Stunde werden wir und die lokale Musikgruppe bei den Konzerten musizieren, jeder in seiner eigenen Sprache. So soll der eigene Kontinent präsentiert und eine Verbindung zwischen Europa und Südamerika geschaffen werden.
Die Zuschauer können sich sicher auf einen interessanten und schönen Abend freuen. Gerne empfangen wir Vorschläge von Gruppen, die bereit sind die Bühne zu teilen und gemeinsam ein einmaliges Konzert zu gestalten.
In den Konzerten thematisieren wir die Rolle der indigenen Völker und ihrer Musik, Migration infolge von Kriegen und Katastrophen, Wasserknappheit und die Abholzung des Regenwaldes, Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung.
Mit unseren Kompositionen und traditionellen Instrumenten wollen wir der Mutter Erde danken und hoffen auf einen Wandel der Gesellschaft im Umgang mit der Natur und allem, was zu ihr gehört.
Wir als Gruppe Sacambaya, die ein Teil des Centro Cultural Ayopayamanta ist, haben auf dieser Tour aber nicht nur das Ziel mit unserer Musik Freude zu bereiten, sondern wollen auch unser Centro repräsentieren. Das Centro Cultural beherbergt das Radio Ayopaya, welches die Bevölkerung informiert und bildet, eine Bibliothek, die jeden Nachmittag für Schüler zum Lernen und Hausaufgaben machen geöffnet ist, ein Kinderkino und einen eigenen ökologischen Garten. Es fördert die Ausbildung von Frauen der ländlichen Gegend, besonders in dem handwerklichen Bereich „Weben, Stricken und Nähen“. Die Tour soll uns helfen die Selbstfinanzierung dieser Einrichtung zu ermöglichen, was wir durch die Installation einer DEZENTRALEN FOTOVOLTAIKANLAGE zur Erzeugung von SOLARENERGIE erreichen wollen. Hier in Bolivien kostet uns ein Solarmodul etwa 250 Euro. Durch einen 60-prozentigen Anteil unseres Ertrages während der Tour und der Unterstützung der Menschen, welche unsere Konzerte besuchen, rechnen wir pro Konzert mit bis zu 5-7 Modulen. Nach unserer fast dreimonatigen Konzertreise wären dies etwa 200 bis 250 Fotovoltaik-Module mit je 250 Watt. Der produzierte Solarstrom soll an die Regierung verkauft werden und so die im Centro anfallenden Kosten decken. Um die Idee der Solarenergie auch während der Euro-Tour nicht zu vergessen, bemühen wir uns um einen Sponsor für einen Solar-Elektro-Tourbus oder zu mindestens einen mit ERDGAS-Antrieb.
Schon jetzt möchten wir den Personen danken, welche die EURO-TOUR 2018 ermöglichen. So haben wir die Chance die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Musik überall auf der Welt ein Weg des interkulturellen Dialogs und des gegenseitigen Verständnisses ist.
Herzliche Grüße an unsere Freunde und Interessierten in Frankreich, Spanien, Belgien, Deutschland, Österreich und Slowenien."        

Die Unterstützergruppe aus dem Landkreis vor dem Eine-Welt-Stand auf dem Frohnberg